Pyrit ist das häufigste Sulfidmineral der Erde – Eisendisulfid (FeS₂) mit messinggelber Farbe und Metallglanz, das jahrhundertelang täuschend echt Gold imitierte. Diese Verwechslung kostete Vermögen, ruinierte den Ruf so mancher Goldsucher und begründete die Legende vom „Katzengold“. Hier ist die Geschichte des Steins, der die halbe Welt täuschte – und Hinweise, wie man sich selbst nicht täuschen lässt.
Was ist Pyrit? Hauptbestandteil und Eigenschaften des Minerals
Aus chemischer Sicht ist die Sache einfach: Der Hauptbestandteil von Pyrit ist Eisensulfid mit der Formel FeS₂ – auf ein Eisenatom kommen zwei Schwefelatome. Es ist das häufigste Sulfidmineral in der Erdkruste und kommt in magmatischen, metamorphen und sedimentären Gesteinen vor. Es entsteht sowohl in heißen hydrothermalen Lösungen, die im Erdinneren zirkulieren, als auch am Grund früherer Meere, wo es organische Materie geradezu „ersetzen“ konnte – daher die in Sammlungen anzutreffenden pyritisierten Ammoniten, also Fossilien, bei denen die Schale vor Millionen Jahren durch ein goldglänzendes Mineral ersetzt wurde.
Pyrit findet sich auch dort, wo niemand nach Schmuck sucht. Bergleute entdeckten ihn in Steinkohlelagerstätten – die goldglänzenden, geometrischen Pyriteinschlüsse im schwarzen, teerartigen Gestein zählen bis heute zu den eindrucksvollsten Sammlerstücken, obwohl der Schwefelanteil für die Kohleindustrie eher ein Ärgernis als eine Attraktion war.
Die wichtigsten physikalischen Eigenschaften von Pyrit haben wir in der Tabelle zusammengestellt:
| Eigenschaft | Pyrit |
|---|---|
| Chemische Formel | FeS₂ (Eisendisulfid) |
| Farbe | messinggelb, starker Metallglanz |
| Härte nach der Mohs-Skala | 6–6,5 (zerkratzt Glas) |
| Dichte | ca. 5 g/cm³ |
| Strichfarbe | schwarz mit grünlichem Farbton |
| Kristalle | Würfel, Oktaeder, Pyritoeder |
Diese Kombination von Eigenschaften ist insofern trügerisch, als Pyrit edel aussieht, sich aber völlig anders als Gold verhält: Er ist hart, spröde und deutlich leichter. Beim Zerbrechen kann er zudem einen charakteristischen, leicht schwefeligen Geruch freisetzen – eine dezente Erinnerung daran, dass es sich um ein Sulfid und nicht um ein Edelmetall handelt. Auf diesem Kontrast beruhen all die Tests, mit denen man seit Jahrhunderten „falsche Nuggets“ entlarvt.
Feuerstein: Woher der Name stammt
Der Name Pyrit leitet sich vom griechischen Wort pyr, also Feuer, ab. Schon die Antike entdeckte, dass sich beim Schlagen dieses Minerals gegen Feuerstein oder Stahl Bündel heller Funken bilden – in der Zeit vor den Streichhölzern war dies eine lebenswichtige Technik, der Schlüssel zu heimischen Feuerstellen und zum heiligen Feuer. Über den „Stein, der Feuer schlägt“, schrieb bereits der römische Historiker Plinius der Ältere, und alten Überlieferungen zufolge betrachteten die Griechen das goldglänzende Mineral auch als Amulett: Der im Stein eingeschlossene Funke sollte die Lebensenergie symbolisieren.
Denselben Überlieferungen zufolge legte man Pyritstücke sogar in Gräber, damit der goldene Stein die Verstorbenen im Jenseits beschützte. Im Mittelalter lockte das Mineral wiederum die Alchemisten: Vom sonnenartigen Glanz getäuscht, glaubten sie, es berge das Geheimnis, Metalle in Gold zu verwandeln. Ihre Versuche blieben erfolglos, doch die Verbindung von Pyrit mit Reichtum und Schutz vor dem „bösen Blick“ blieb der Kultur dauerhaft erhalten.
Das interessanteste Kapitel dieser feurigen Karriere kam jedoch viel später. Um das 16. Jahrhundert gelangte Pyrit in die Radschlossmechanismen von Schusswaffen: Gegen ein sich drehendes Rad gedrückt, erzeugte er einen Funken, der das Schießpulver entzündete. Das Mineral, das über Jahrtausende Feuer entzündet hatte, entschied nun für einen Moment über den Ausgang von Schlachten.
Katzengold oder die Geschichte großer Enttäuschungen
Den Beinamen „Katzengold“ verdankt Pyrit dem Zeitalter der großen Entdeckungen und Goldrausche. Goldsucher wuschen Kies in eiskalten Flüssen, erblickten am Boden der Waschpfanne einen gelben Glanz – und für einen Moment gehörte ihnen die Welt. Bis zum Besuch im Probieramt, wo sich herausstellte, dass der Fund aus hartem, sprödem Eisendisulfid bestand und nicht aus weichem, schmiedbarem Edelmetall. Die Enttäuschung war so weit verbreitet, dass der spöttische Name jeden weiteren Goldrausch überdauerte – von Kalifornien bis Alaska.
Das spektakulärste Opfer dieser Verwechslung war der englische Seefahrer Martin Frobisher. Ende des 16. Jahrhunderts kehrte er von Expeditionen nach Nordamerika mit Schiffen zurück, die Hunderte Tonnen „goldhaltigen“ Erzes geladen hatten, in das bereits die Mächtigen des damaligen England investiert hatten. Die Ladung erwies sich als wertloser Pyrit – ein Teil des Erzes soll schließlich zum Befestigen von Straßen verwendet worden sein, und die Geschichte heftete dem Mineral dauerhaft seinen spöttischen Beinamen an.
Die Natur hat allerdings Sinn für Humor: Pyrit und Gold entstehen häufig in denselben hydrothermalen Gängen, und Pyritkristalle können Spuren echter Goldbeimengungen enthalten. In manchen Lagerstätten wird Gold sogar im industriellen Maßstab aus Pyrit gewonnen. „Katzengold“ war für Geduldige also mitunter ein durchaus vernünftiger Wegweiser.
Von den Inka-Spiegeln bis zu den viktorianischen Salons
Nicht alle ließen sich von Pyrit täuschen – manche machten ihn ganz bewusst zu einem Schatz. In den präkolumbianischen Kulturen der Anden wurden Pyritplatten hochglanzpoliert und als Spiegel verwendet; Überlieferungen zufolge sollen Schamanen in der glatten, messingfarbenen Fläche die Seele eines Menschen erkannt und in die Zukunft geblickt haben, während der goldene Glanz des Minerals mit dem Geschenk der Sonne verbunden wurde. Nicht zufällig stammen die schönsten Exemplare bis heute aus Peru – aus denselben Regionen, in denen die spiegelnde Pyritfläche schon vor Hunderten von Jahren ehrfürchtiges Staunen auslöste.
Der zweite große Auftritt des Pyrits in der Modewelt folgte in der viktorianischen Epoche. Facettierte Mineralkörnchen, die unter der irreführenden Bezeichnung „Markasit“ verkauft wurden (echter Markasit ist für die Verarbeitung in der Schmuckherstellung zu spröde), schmückten Broschen und Kleider der Aristokratie und imitierten im Schein von Gaslaternen und Kerzen Diamanten. Derselbe kühle, metallische Glanz kehrt heute in minimalistischem Schmuck aus Natursteinen zurück – nur geben moderne Designer nicht mehr vor, dass es sich um etwas anderes handelt. Die raue Schönheit des Pyrits ist zum eigenständigen Vorzug geworden.
Geometrie, die die Natur formt
Die erste Reaktion beim Anblick von rohem Pyrit ist meist immer dieselbe: „Der muss maschinell geschnitten worden sein.“ Ganz und gar nicht. Pyrit kristallisiert im kubischen Kristallsystem und bildet von selbst perfekte Würfel, Oktaeder sowie pentagonale Dodekaeder, die als Pyritoeder bezeichnet werden. Auf den Kristallflächen sind oft feine, parallele Rillen zu erkennen – der natürliche „Fingerabdruck“ des Minerals.
Woher kommt diese geometrische Perfektion? Eisen- und Schwefelatome ordnen sich im Pyrit zu einem streng symmetrischen Gitter an, und die äußere Kristallform ist schlicht ein vergrößertes Abbild dieser inneren Ordnung. Kleine Asymmetrien, Vertiefungen und Rillen sind keine Fehler – sie beweisen, dass der Stein unter natürlichen Bedingungen langsam gewachsen ist und nicht aus einer industriellen Form stammt.
Wo kommt Pyrit vor? Berühmte Vorkommen und ein polnischer Akzent
Pyrit entsteht tief unter der Erdoberfläche unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen, weshalb seine Vorkommen auf jedem Kontinent zu finden sind. Die berühmtesten perfekt würfelförmigen Kristalle stammen aus der Victoria-Mine in Navajún, Spanien – sie sehen aus, als wären sie mit einem Laser geschnitten worden, sind aber vollständig ein Werk der Natur. Abgeflachte, strahlenförmige Formen, die als „Pyritsonnen“ bezeichnet werden und an goldene Scheiben erinnern, werden im US-Bundesstaat Illinois abgebaut. Die peruanischen Anden wiederum sind für Stücke mit besonders reinem, intensivem Glanz und geometrisch vollendeten Kristallen bekannt.
Auch Polen hat seine Pyritgeschichte: In Rudki bei Nowa Słupia, am Fuß des Łysa Góra, wurde bis in die 1970er-Jahre eine Mine betrieben, die dieses Mineral für die chemische Industrie abbaute.
Pyrit oder Gold: Der Kern des Unterschieds
Kurz gesagt: Das echte Edelmetall ist weich, schwer und verformbar, Pyrit dagegen hart, leicht und spröde. Auf unglasierter Porzellan hinterlässt er statt eines goldenen einen schwarzgrünen Strich und zerbröckelt beim Schlag mit dem Hammer, anstatt sich zu verformen.
Alle Hausmethoden zur Überprüfung – vom Strichtest bis zum Dichtetest – haben wir Schritt für Schritt in einem separaten Ratgeber beschrieben: Wie unterscheidet man Pyrit von Gold? 5 einfache Tests.
Markasit und Chalkopyrit: Doppelgänger des Pyrits
Gold ist übrigens nicht der einzige „Zwilling“ in dieser Geschichte. Der nächste Verwandte des Pyrits ist Markasit – er hat genau dieselbe chemische Formel FeS₂, doch seine Atome ordnen sich in einem anderen, rhombischen Kristallgitter an. Mineralogen nennen solche Paare Polymorphe: identische Chemie, völlig andere Architektur. In der Praxis ist Markasit heller, spröder und weniger beständig – deshalb fassten viktorianische Juweliere, obwohl sie „Markasitschmuck“ verkauften, tatsächlich den beständigeren Pyrit. Und falls dir in einem Kreuzworträtsel der Hinweis „Mineral ähnlich wie Pyrit“ begegnet, lautet die richtige Antwort: Markasit.
Ein weiterer häufiger Doppelgänger ist Chalkopyrit, also ein Kupfer-Eisen-Sulfid. Er ist deutlich weicher als Pyrit – Glas kann er nicht zerkratzen – und überzieht sich mit der Zeit mit einer auffälligen, regenbogenfarbenen, blau-violetten Irisierung, während Pyrit jahrelang seinen einheitlichen Messington behält. All diese Verwechslungen haben eines gemeinsam: den metallischen, goldenen Glanz, den die Natur – ein wenig boshaft – an mehrere völlig unterschiedliche Mineralien verteilt hat.
Pyritsicherheit kurz zusammengefasst
Die kurze Antwort: Als Schmuck getragen oder im Regal aufbewahrt, ist Pyrit sicher. Die Mythen über seine Giftigkeit haben ihren Ursprung in zwei tatsächlichen, jedoch extremen Situationen: Pyritstaub in Bergwerken und der sogenannten Pyritkrankheit, also der langsamen Oxidation von Exemplaren, die jahrelang unter feuchten Bedingungen gelagert wurden. Gesunder Menschenverstand ist nur in zwei Punkten gefragt: Aus Pyrit bereitet man keine „Elixiere“ zum Trinken zu, und man sollte seinen Staub nicht einatmen.
Eine vollständige Übersicht über Fakten und Mythen findest du im Artikel: Ist Pyrit schädlich?
Narrengold, das tatsächlich schmückt
Rohe Brocken aus Peru, facettierte Perlen, Fassungen aus Silber und vergoldeten Materialien – sieh dir an, wie Pyrit als Schmuckstück und nicht als Museumsobjekt aussieht. Entdecke die Schmuckkollektion mit Pyrit von Brazi.
Der Stein der Fülle: Was die Tradition Pyrit zuschreibt
In der Lithotherapie gilt Pyrit seit Jahrhunderten als Stein der Fülle, des Selbstvertrauens und des Schutzes – Anhänger glauben, dass er den Solarplexus unterstützt und Mut zum Handeln verleiht. Wir verstehen diese Bedeutungen als schöne Tradition, nicht als Versprechen. Wenn du das Thema vertiefen möchtest, findest du eine vollständige Übersicht der Bedeutungen und passenden Schmuck auf der Seite Pyrit – Eigenschaften; und welchen Tierkreiszeichen dieser Stein traditionell zugeordnet wird, erfährst du im Text Pyrit und Tierkreiszeichen.
Dieselbe Tradition gibt auch Hinweise darauf, womit man Pyrit in einer Komposition kombinieren kann: mit Citrin – als „Duo für Fülle“, mit schwarzem Turmalin – zum Schutz und zur Erdung, sowie mit Bergkristall, der die Wirkung des gesamten Sets verstärken soll. Rein optisch harmoniert er ebenso gut mit dem Grün des Malachits – ein Paar, das seit Jahren gern in Schmuck kombiniert wird.
Pyrit in Schmuck: So trägt man ihn
Pyrit zeigt sich in Schmuckstücken von zwei Seiten. Facettierte Perlen funkeln wie Hunderte winzige Spiegel – im Tageslicht schimmern sie in einem antiken Goldton, am Abend gewinnen sie an Tiefe – und harmonieren hervorragend mit Schwarz, Weiß, Marineblau oder Flaschengrün. Rohe, ungeschliffene Stücke setzen dagegen einen markanten, architektonischen Akzent, der ebenso gut zu einem Kaschmirpullover wie zu einem Anzug passt. Nicht ohne Grund gehört Pyrit seit Jahren zu den beliebtesten Steinen in der Männerschmuck-Kollektion, wo er gerne mit mattem Vulkangestein oder Onyx kombiniert wird. Eine Besonderheit für geübte Augen: Die goldenen, im Lapislazuli funkelnden Einschlüsse sind ebenfalls Pyrit – beide Mineralien bilden ein natürliches, geologisch bewährtes Duo.
Ein hervorragender Partner für Pyrit ist auch 925er-Sterlingsilber: Der warme, goldene Glanz des Steins bildet einen ausdrucksstarken Kontrast zur kühlen Farbe des Metalls. Die Fassung sollte das Mineral dabei nicht erdrücken – je mehr „Luft“ den Stein umgibt, desto stärker kommt sein natürlicher Glanz zur Geltung.
In unserer Werkstatt in Warschau, ul. Grzybowska 61/5, arbeiten wir hauptsächlich mit Exemplaren, die direkt aus Peru importiert werden – aus Lagerstätten, die für die Reinheit und den intensiven Glanz ihrer Kristalle bekannt sind. Jeder Stein ist anders, daher verlassen keine zwei Armbänder die Werkstatt, die völlig identisch sind.
Druse auf dem Schreibtisch: Pyrit als Wohndekoration
Neben der Schmuckherstellung macht Pyrit auch als Wohndekoration Karriere – und das ist kaum verwunderlich. Natürliche, würfelförmige Kristallaggregate oder glänzende Drusen wirken wie kleine Skulpturen, die keinerlei Bearbeitung benötigen, um einer Einrichtung Charakter zu verleihen. Ein großes, sorgfältig ausgewähltes Exemplar auf dem Schreibtisch oder der Kommode ist bereits für sich ein wirkungsvoller Akzent und gilt traditionell auch als Amulett, das Erfolg ins Zuhause oder an den Arbeitsplatz bringen soll.
Das ist ohnehin die sicherste Art, Pyrit zu sammeln: Ein Exemplar, das fern von Feuchtigkeit im Regal steht, bewahrt seinen Glanz praktisch ohne Pflege.
Pyritpflege: eine eiserne Regel
Pyrit mag kein Wasser. Als Eisensulfid kann er unter Feuchtigkeitseinfluss matt und dunkel werden. Deshalb legen wir Armband oder Halskette vor dem Baden, Schwimmen und Training ab und reinigen sie ausschließlich mit einem trockenen, weichen Mikrofasertuch. Auch Parfüm, Lotionen und Haarspray bekommen ihm nicht – Pyritschmuck legen wir zuletzt an, wenn die Kosmetik bereits getrocknet ist.
In einem trockenen Beutel oder Kästchen aufbewahrt (zusätzlich kann man ein Päckchen Silicagel hineinlegen, das Feuchtigkeit aufnimmt), bewahrt er seinen spiegelnden Glanz über Jahre. Wer ihn als Talisman trägt – zum Beispiel in Form eines Glücksarmbands – schätzt, dass er bei so geringen Ansprüchen spektakulär aussieht.
Wie viel kostet Pyrit?
Eine gute Nachricht für alle, denen „Katzengold“ eines Tages im Edelmetallprüfamt das Herz brechen könnte: Pyrit ist ein erschwingliches Mineral, da er weit verbreitet ist. Kleine rohe Stücke bekommt man bereits für einige bis mehrere Dutzend Złoty. Wer „Pyrit Preis“ in die Suchmaschine eingibt, wird jedoch eine beträchtliche Preisspanne sehen – und das zu Recht, denn die Bewertung hängt von mehreren Faktoren gleichzeitig ab.
Der erste Faktor ist die Form des Exemplars: Ein rohes Stück wird anders bewertet als eine Druse und diese wiederum anders als facettierte Kügelchen für Schmuck. Der zweite Faktor sind die Qualität der Kristallisation und die Herkunft – je vollkommener, größer und weniger beschädigt die Würfel sind und je freier sie von matten Belägen sind, desto höher der Preis; am höchsten bewertet werden Exemplare aus den peruanischen Anden und dem spanischen Navajún, wobei die besten Sammlerstücke Preise von mehreren Hundert Złoty und mehr erzielen.
Beim Schmuck kommen zum Wert des Steins die Fassung und die Arbeit des Kunsthandwerkers hinzu: Ein schlichtes Armband aus facettierten Perlen kostet einige Dutzend Złoty, ein handgefertigter Anhänger mit einem ausgewählten Pyritstück in Silber entsprechend mehr. In beiden Fällen bezahlen wir nicht für „vorgegebenes Gold“, sondern für ein natürliches Mineral mit einer eigenen, starken Identität.
Nicht nur Zierde: die industrielle Karriere des Pyrits
Pyrit enthält etwa 53 % Schwefel und war daher vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Schwefelsäure – dem Fundament der damaligen Dünger-, Farb- und Sprengstoffindustrie. Ein entscheidender Schritt dieser Technologie war das Rösten von Pyrit, auf dem ganze Chemiewerke jahrzehntelang beruhten. Heute prüfen Wissenschaftler, ob Eisendisulfid als kostengünstiger Halbleiter in Solarzellen eingesetzt werden kann. Es wäre auf verdrehte Weise wunderschön, wenn der „Feuerstein“ seine Laufbahn damit beenden würde, Energie direkt aus der Sonne zu gewinnen.
Und das ist wohl die beste Zusammenfassung der ganzen Geschichte: Ein Mineral, das als Fälschung verspottet wurde, Feuer und Schusswaffen entzündete, die chemische Industrie aufbaute, echtes Gold in sich trug und heute Handgelenke schmückt und als Material der Zukunft gehandelt wird. Nur wenige „Narren“ können auf einen solchen Lebenslauf verweisen.
FAQ: Die häufigsten Fragen zu Pyrit
Was ist Pyrit und was ist sein Hauptbestandteil?
Pyrit ist ein Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide – Eisendisulfid mit der Formel FeS₂. Er hat eine messinggelbe Farbe, metallischen Glanz und eine Härte von 6–6,5 auf der Mohs-Skala. Er ist das häufigste Sulfidmineral der Erde. Roher Pyrit auf einem Ständer ist möglicherweise in unserem Boutique-Geschäft in Warschau erhältlich – siehe brasilianische Lieferung.
Warum wird Pyrit als Katzengold bezeichnet?
Denn während des Goldrauschs verwechselten Goldsucher ihn massenhaft mit echtem Gold. Pyrit ist jedoch härter, leichter und spröde, und sein Strich auf Porzellan ist schwarzgrün, nicht goldfarben.
Enthält Pyrit echtes Gold?
Manchmal ja. Pyrit und Gold kristallisieren unter ähnlichen hydrothermalen Bedingungen, und Pyritkristalle können Spuren von Gold enthalten – in einigen Lagerstätten wird dieses industriell gewonnen.
Wovon hängt der Preis von Pyrit ab?
Kleine rohe Stücke kosten zwischen einigen und einigen Dutzend Złoty. Die Preise steigen mit der Qualität der Kristallbildung – perfekte Würfel und große Sammlerstücke sowie Schmuck in Silberfassungen kosten mehrere Hundert Złoty.
Kann man Pyrit mit Wasser waschen?
Nein. Als Eisensulfid oxidiert Pyrit unter dem Einfluss von Feuchtigkeit – er kann matt und dunkler werden und sich bei längerem Kontakt mit Wasser mit einem Belag überziehen. Wir reinigen ihn ausschließlich trocken mit einem weichen Tuch und bewahren ihn vor Feuchtigkeit geschützt auf.
Worin unterscheidet sich Pyrit von Chalkopyrit?
Die beiden Mineralien werden oft verwechselt, aber Chalkopyrit – ein Kupfer-Eisen-Sulfid – ist deutlich weicher und überzieht sich mit der Zeit mit einem regenbogenfarbenen, blau-violetten Belag. Pyrit behält seinen einheitlichen messingfarbenen Ton und ritzt problemlos Glas.
Wie wird Pyrit noch genannt?
Die bekanntesten Beinamen sind „Katzengold“ und „Feuerstein“ – abgeleitet vom griechischen Wort pyr. Fragt ein Kreuzworträtsel nach einem „Mineral, das Pyrit ähnelt“, lautet die Antwort meist Markasit, ein verwandtes Eisensulfid mit derselben Formel FeS₂.
Wo kommt Pyrit vor?
In magmatischen, metamorphen und sedimentären Gesteinen auf der ganzen Welt. Die berühmtesten Exemplare stammen aus der Victoria-Mine im spanischen Navajún (perfekte Würfel), aus dem US-Bundesstaat Illinois („Pyritsonnen“) und aus den peruanischen Anden; in Polen wurde Pyrit in Rudki bei Nowa Słupia abgebaut.
Wofür wurde Pyrit in der Industrie verwendet?
Aufgrund seines Schwefelgehalts von etwa 53 % war er vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Schwefelsäure – einem Bestandteil von Düngemitteln, Farbstoffen und Sprengstoffen. Heute wird er als kostengünstiger Halbleiter für Photovoltaikzellen erforscht.
Mit welchen Steinen lässt sich Pyrit kombinieren?
Die Tradition der Lithotherapie kombiniert ihn am liebsten mit Citrin (Fülle), schwarzem Turmalin (Schutz und Erdung) sowie Bergkristall, der die gesamte Komposition verstärken soll. Optisch harmoniert Pyrit auch wunderbar mit Malachit und Lapislazuli – letzterer enthält selbst Pyritpartikel.
Ist Pyrit ein Edelstein?
Nein – formal ist er ein Mineral, kein Edelstein. Sein metallischer Glanz, seine goldene Farbe und die natürliche Geometrie der Kristalle machen ihn jedoch zu einem der eindrucksvollsten Schmuckrohstoffe, der sowohl in roher als auch in facettierter Form geschätzt wird.
An welcher Hand sollte man ein Pyritarmband tragen?
Die Tradition der Lithotherapie empfiehlt das linke Handgelenk – die „empfangende“ Seite –, um Fülle einzuladen und sich vor negativer Energie zu schützen; die rechte Hand, die „abgebende“, soll die Umsetzung und Verwirklichung von Zielen unterstützen. Wir betrachten dies als Teil der Tradition, nicht als Regel – am wichtigsten ist, dass sich das Tragen des Schmucks angenehm anfühlt.